GET HIT. RESET. MOVE FORWARD.
- Florian-André Wolf
- 9. Aug.
- 3 Min. Lesezeit

Warum schlechte Phasen nicht entscheiden dürfen, wie es weitergeht
Es gibt Phasen im Leben, in denen nicht viel zusammenpasst.
Dinge verändern sich. Beziehungen enden. Erwartungen platzen. Man verliert Struktur und versucht irgendwie, den Kopf frei zu bekommen.
Ich bin gerade selbst in so einer Phase.
Und ich habe gemerkt, wie einfach es ist, sich abzulenken.
Nach dem Club noch weg. Wochenende unterwegs. Wenig Schlaf. Immer irgendwas machen, damit bloß keine Ruhe entsteht.
Das funktioniert.
Aber nur für ein paar Stunden.
Irgendwann wird es still und das Problem ist immer noch da.
Ablenkung ist keine Verarbeitung.
Du kontrollierst nur deine eigenen Entscheidungen
Du kannst andere Menschen nicht kontrollieren.
Du kannst Gespräche führen, kämpfen, versuchen Dinge zu verändern.
Aber irgendwann musst du akzeptieren, dass nicht alles in deiner Hand liegt.
Deine eigenen Entscheidungen schon.
Genau das ist im Boxen nicht anders.
Du bekommst einen Treffer.
Der Treffer ist passiert.
Jetzt kannst du stehen bleiben und dich darüber ärgern.
Oder:
Deckung hoch.
Atmung kontrollieren.
Fokus zurück.
Weiter.
Ein Treffer ist kein Grund, auch noch die nächsten drei Runden abzugeben.
Eine schlechte Phase darf nicht alles mit runterziehen
Wenn es in einem Bereich schlecht läuft, nimmt man schnell alles andere mit.
Schlaf wird schlechter.
Training wird schlechter.
Ernährung wird schlechter.
Struktur verschwindet.
Und genau da muss man irgendwann einen Schnitt machen.
Nicht alles in meinem Leben ist schlecht, nur weil ein Teil davon gerade beschissen läuft.
Ich habe Arbeit.
Ich habe Verantwortung.
Ich habe Ziele.
Und ich habe Dinge, die ich selbst beeinflussen kann.
Darauf muss der Fokus wieder zurück.
Training bringt Struktur zurück
Training löst keine privaten Probleme.
Aber Training zwingt dich zu klaren Entscheidungen.
Gehe ich hin oder nicht?
Schlafe ich vernünftig oder bin ich wieder bis morgens unterwegs?
Esse ich vernünftig?
Ziehe ich meine Einheit durch?
Das klingt banal.
Aber genau daraus entsteht wieder Kontrolle.
Nicht aus einem riesigen Motivationsschub.
Sondern aus vielen kleinen Entscheidungen, die wieder in die richtige Richtung gehen.
Motivation ist nicht entscheidend
Ich bin aktuell auch nicht jeden Tag motiviert.
Muss ich aber auch nicht sein.
Disziplin zeigt sich nicht an den Tagen, an denen alles leichtfällt.
Sie zeigt sich dann, wenn du eigentlich keinen Bock hast.
Wenn dein Kopf voll ist.
Wenn du müde bist.
Wenn du lieber wieder irgendeine Ablenkung suchen würdest.
Genau dann brauchst du Struktur.
Für mich heißt das gerade:
Mehr Schlaf.
Mehr Training.
Mehr Fokus.
Weniger sinnlose Nächte.
Weniger Flucht.
Nicht jedes schlechte Gefühl muss sofort weg
Vielleicht muss man auch akzeptieren, dass manche Tage einfach schlecht sind.
Nicht jedes Gefühl muss sofort mit Party, Alkohol, Social Media, Arbeit oder sonst irgendwas zugedeckt werden.
Manchmal muss man Dinge einfach aushalten.
Das ist für mich mittlerweile eher mentale Stärke als so zu tun, als würde einem alles nichts ausmachen.
Es darf wehtun. Es darf nur nicht dauerhaft die Kontrolle übernehmen.
Entscheidend ist, was jetzt kommt
Ich weiß nicht, wie ich in einem halben Jahr über diese Phase denken werde.
Aber eigentlich ist das auch nicht entscheidend.
Entscheidend ist, was ich heute beeinflussen kann.
Meine Struktur.
Mein Training.
Meine Arbeit.
Meine Entscheidungen.
Und die Frage, ob ich mich von einer schlechten Phase dauerhaft runterziehen lasse oder irgendwann wieder anfange, nach vorne zu gehen.
Boxen bringt es eigentlich ziemlich gut auf den Punkt:
Du wirst getroffen.
Manchmal hart.
Manchmal unerwartet.
Aber der Treffer entscheidet nicht den Kampf.
Der Treffer ist passiert. Die nächste Runde gehört wieder dir.
WIEDER ANFANGEN
Du musst nicht perfekt motiviert sein.
Du musst nicht warten, bis in deinem Leben wieder alles läuft.
Manchmal reicht es, wieder aufzutauchen.
Wieder trainieren.
Wieder Struktur reinbringen.
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